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Muttersdorf (Mutěnín) – JÜDISCHER FRIEDHOF

 

Wir sind hier, damit es gelingt das Geheimnis und den Zauber der jüdischen Epitaphien unter gewöhnliche Nutzer zu übertragen. Wir möchten gerne diejenigen inspirieren, welche sich inspirieren lassen wollen und mit allen denen mitzuarbeiten, welche sich entscheiden, weiterzuführen.

In Böhmen und Mähren können Sie etwa 340 Jüdische Friedhöfe finden. Nicht alle verdienen die Bezeichnung „Begräbnisstätte“, nicht selten würde eher das Wort Ablageplatz, Ruinen, Reste … passen. Alle haben jedoch eineneigenen Zauber, eine eigene Geschichte, eigene Symbolik und natürlich auch ihren wertvollsten Inhalt - die sterblichen Überreste, die im Staub unter den Grabsteinen ruhen … .

 

Der uralte Friedhof der jüdischen Religionsgemeinschaft Muttersdorf (Mutěnín), im Jahr 1642 gegründet, befindet sich HIER, im Hag am Schafberg. Im Laufe des zweiten Weltkrieges wurde er zum Ödland. Heutzutage ist der Friedhof gefühlvoll rekonstruiert und beiseinem Besuch bietet er den Liebhabern solcher Gedenkstätten ein starkes Erlebnis. Trotz früherer Beschädigung und Verwahrlosung macht die jetzige Gestaltung der Begräbnisstätte  einen schlichen und ehrwürdigen Eindruck. Es sind 162 Grabsteine mit östlicher Orientierung oder ihre Fragmente bewahrt. Die ältesten lesbaren Grabsteine stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jh., die jüngsten dann aus der zweiten Hälfte des 19. Jh. Die Verstorbenen stammen vor allem aus Muttersdorf (Mutěnín),  Wasserau (Ostrov) (einem Dorf etwa 2 km westlich vom Muttersdorf - Mutěnín entfernt) und Schwanenbrückl (Mostek) (ein heute schon verschwundenes Dorf, 5 km westlich vom Muttersdorf). Die Epitaphien sind in Hebräisch beschriftet, einige wenige auch in Deutsch.

Seit dem Jahre 1853 gehörte der erwähnte Friedhof der Gemeinde Muttersdorf (Mutěnín). In der heutigen Zeit gehört er zurFöderation der jüdischen Gemeinden in Tschechien. Für seine Verwaltung ist die Gesellschaft Matana AG, die vom 2002 auf Kosten des Besitzers und mit der Nutzung des finanzielen Unterstützung der Stiftung für Holocaustopfer für seine allmähliche Erneuerung und regelmäßige Wartung sorgt, verantwortlich. Bemerkenswert ist auch die wunderschöne Aussicht von diesem Ort  auf das Dorf Muttersdorf (Mutěnín) und dessenUmgebung. In der westlichen Richtung ist es dann möglich, den Berg Glocke (Zvon) und auf der deutschen Seite in die Ebene zu sehen.

Die Gründung der jüdischen Siedlung in Muttersdorf (Mutěnín) wird auf das frühe 17. Jahrhunderts datiert. Die ersten urkundlichen Erwähnungen stammen aus einem Bericht des Pfarrers Tobias Hankelia aus Taus (Domažlice) von 3. Oktober 1669, der für die Prager Kirchenbehörde bestimmt war. Der Bericht besagt, dass in Muttersdorf (Mutěnín) bereits im Jahr 1635 im Haus Nr. 85 der Jude Abraham Ditl mit seiner Familie gewohnt hat. Im Jahre 1669 wurde unser Dorf für sechs jüdische Familien mit insgesamt vierzig Personen ein Zuhause.

Im Jahr 1662 baten die Juden um die Möglichkeit, eine kleine hölzerne Synagoge zu bauen. Das Original wurde 1860 zerstört. Es wurde durch eine neue Synagoge im klassizistischen Stil auf der Fläche von drei Häusern (Haus Nr. 67) ersetzt. Diese wurde 1923 mit großem Aufwand umgebaut. Während der NS-Zeit wurde das Gebäude zerstört.

Aus dem Jahre 1743 stammt Erwähnung einer jüdischen Schule in dem späteren Haus Nr.  67. Im Jahre 1747 gab es im Dorf 8 jüdische Häuser in denen 14 Familien mit 49 Familienmitgliedern lebten. Im Jahr 1837 lebten in Muttersdorf (Mutěnín) bereits 110 Juden, doch allmählich gab es einen Rückgang ihrer Zahl auf knapp 90. Im Jahr 1880 registrierten lokale Behörden 65 jüdische Einwohner, im Jahre 1900 dann 43. Im Jahr 1920 lebten in Muttersdorf (Mutěnín) nur noch 6 Familien mit 23 Bewohnern und laut der letzten Angabe aus dem Jahr 1930 gab es 21 Menschen, die sich zum Judentum bekannten … . Laut des Denkmals Yad Vashem stammten aus Muttersdorf (Mutěnín) 9  Holocaustopfer. Nur eine Familie blieb auch während der deutschen Besatzung am Ort. Allgemein sind jüdische Register vom Jahre 1793 erhalten. Die jüdische Gemeinde hörte im Jahre 1938 auf zu existieren.

Die Vorgesetzten der jüdischen Religionsgemeinschaft waren fortlaufend zwischen 1850 - 1860 Jonas Fleischner, Simon Schwarzkopf, Bernhard Oesterreicher bis zum Jahr 1897, Albert Wolf bis zum Jahr 1921, Ferdinand Steiner seit 1921 und sicher war er in seiner Position noch im Jahr 1934 tätig, doch sein weiteres Schicksal ist unbekannt. Die jüdische Religionsgemeinschaft hatte ihren Sitz im Haus mit der Hausnummer. 131 (heutzutage steht das Haus nicht mehr). Diese Stelle wurde auch als Rabbinerhaus bezeichnet und es befand sich hier auch ein Mikwe (jüdisches Ritualbad).

Der Friedhof (hebräisch bejt olam, d.h. Haus der Ewigkeit) ist eine heilige Stelle des Judentums. JüdischeBegräbnisstätten sind „für allemal” etabliert, sie dürfen daher nie zerstört  oder anderweitig beschädigt werden. Bestattungen und alles was mit ihnen verbunden war stellte der traditionelle, durch die höchstangesehene Mitglieder der jüdischen Religionsgemeinschaft gebildete Bestattungsverein Chevra Kadish sicher. Die Friedhöfe sind mit einem bedeckten Kopf zu betreten, man soll sie nicht am Sabbat (Samstag) und an den jüdischen sog. Hochfeiertagen und Wallfahrtfeiertagen besuchen. Alle Begräbnisstätten sollten in jeder zivilisierten Gesellschaft und bei jedem Kulturmensch eine Sache der Achtung sein … .

 

 

     Ba′al harachamim, hastirem beseter kenafecha le′olamin, ucror Victor hachajim et nišmatam. Adonaj hu nachalatam vejanuchu bešalom al miškavam. Venomar amen.

     … Ich bitte Dich, welcher durch Mitgefühl herrschst, verberge sie in aller Ewigkeit im Arm deiner Flügel und ihre Seelen schliesse an das Bündel der Lebenden. Der Allmächtige ist ihre Erbschaft, mögen sie im Frieden auf ihrem Bett ruhen. Und sagen wir Amen.

                                                                (Auszug aus Kadiš – Gebet für die Verstorbenen)

 

Enoš kechacir jamav Levic hasade ken jacic …

Wie Gras sind die Tage des  Erdensohnes, wie die Feldblumen blühen …

 

Die Stele mit Hexagrammen:

Die Grabsteine, welche senkrecht im Boden stecken, werden Stele oder auch maceva genannt.

Der Davidstern (Magen David – „Schild Davids“) ist ein Symbol, das auf den jüdischen Friedhöfen ziemlich häufig zu sehen ist. Das Hexagramm, ein zunächst sowohl von Juden als auch von Nichtjuden verwendetes magisches Symbol, wurde ab dem 16. Jahrhundert ebenfalls als Schutzzeichen benutzt. Ab dem 19. Jahrhundert gilt das Hexagramm als allgemeines Glaubenssymbol. Ein weiteres Symbol ist die Menora (ein siebenarmiger Leuchter), Symbol des Judentums, heutzutage zugleich IsraelsStaatswappen. Auf die Grabsteine legen die Juden aber auch belehrte - nicht jüdische Besucher der Friedhöfe, kleine Steine. Es handelt sich dabei um einen uralten Brauch, dessen Wurzel auf die Geschichte und auf das Leben der Israeliten beruhen. Eine jüdische Tradition besagt, dass es viel besser ist, die Blumen bei Lebzeiten und die Steine erst nach dem Tod zu bekommen, als umgekehrt … .

 

Die Stele mit der stilisierten Palme:

Sollte das pflanzliche Motiv auf diesem Grabstein eine stilisierte Palme sein, dann würde das Symbol nach einer Deutung ein tugenhaftes und gerechtes Leben des Verstorbenen bedeuten, weil das Buch der Sprichwörter nämlich besagt: „die Gerechten wie der Palmenzweig erblühen“ und: „die Frucht des Gerechten ist ein Baum des Lebens…“ (Sprichwort. 11, 28-30). Bei dieser uralten Stele ist die einleitende Bestattungsformel P.N. (es wird von rechts - Pe Nun - gelesen, die Kürzung des hebräischen Wortes po nitman, d.h. hier ruht) sehr gut zu sehen. Auch die letzten fünf Zeichen – sog. Tanceva – die traditionelle jüdische Schlussformel bei der Bestattung, welche aus den Buchstaben T.N.C.B.H. (die Zeichen werden von rechts gelesen – Tav Nun Cade Bejt He, die Kürzung des hebräischen Wortes tehi nišmato/nišmata crura bi-cror ha-chajim, d.h. möge seine, ihre Seele in die Verbindung mit den Lebenden getreten) gebildet wird, kann man gut erkennen.

 

Text poskytl historik židovských památek v muzeu Tachov pan V. Fred Chvátal, PhDr. Ing., do němčiny přeložila p. Marcela Řezníčková - moc děkujeme.